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Die unterschiedlichen Schreibweisen des Namen Batsch zeigt auch die wechselvolle Vergangenheit des Ortes an. Die Ungarn nennen in Bács, die Serben Bač und die Donauschwaben Batsch. Der Name gibt Rätsel auf, er ist wahrscheinlich slawischen Ursprungs und bedeutet „Schäfer oder Hirte“. Ungarische Historiker vermuten dagegen einen slawischen Männernamen.

Ausgrabungsfunde (ung. Archäologe Imre Henszelmann) zeigen, daß entlang der Donau bereits zur Zeit der Römer Siedlungen und Wachtürme gestanden haben. Batsch hatte zu dieser Zeit bereits militärische Befestigungen. Nach den Römern folgten die Hunnen und später die Awaren (7-8 Jhd). Von den Awaren zeugen noch viele Gräber in der Batschka. Nach dem Sieg über die Awaren durch Karl dem Großen (791)  siedelten sich die Ungarn (Magyaren) im pannonischen Tiefland an. Da Batsch bereits ein altes Festungsgebiet war, wurde das Gebiet von dem damaligen König Stephan I. zum Komitat erklärt, mit Batsch als Komitatsitz und einem Gespan (Fürst). Die das Gebiet wurde als Batschka bezeichnet. Der nördliche Teil der Batschka war das Komitat Bodrog.

Ebenso wurde das Bistum Batsch gegründet, später wurde es zu Erzbistum ernannt und bekam einen Erzbischof, zusammen mit Kalocsa. Neben dem Erzbistum Esztergom gab es nur die beiden Erbischöfe in Ungarn. Eine Kathedrale in Batsch dürfte in der Nähe des heutigen Friedhofs gestanden haben (Henszelmann).
Eine wechselvolle Geschichte begann für Batsch und die Batschka. Der Grundstein für das heutige Franziskanerkloster und Kirche dürfte zur Zeit der Kreuzzüge, von den Patres des Hl.Grabes gelegt worden sein.
Nach Einfall der Mongolen (1241) wurde das Land verwüstet. Die Bevölkerung zum großen Teil ausgerottet.

Neue Bedeutung gewann Batsch wieder als Ende des 14. Jahrhunderts die Türken (Osmanen) Ungarn bedrohten. Die Festung wurde erneut ausgebaut. Reichstage wurden in Batsch abgehalten, sie wurde zur Stadt ernannt und erhielt Marktrechte.  Im Jahre 1526 wurden die Ungarn in Mohács von den Türken geschlagen, Heerführer war der Batscher Erzbischof Tomori. Er starb in der Schlacht. Die Türken besetzten große Teile in Ungarn. Die Batschka wurde in sechs Verwaltungsbezirke  eingeteilt, einer davon war Batsch. Die Türken blieben ca. 160 Jahre im Ort. Die Batschka war wieder einmal entvölkert. Die Festung wurde zerstört. Die Franziskanerkirche wurde als Moschee genutzt. 
Erst Ende des 17. Jahrhunderts konnten das Blatt gewendet werden, die Türken wurden aus Ungarn und Siebenbürgen (Karl von Lothringen, Kurfürst Max Emanuel von Bayern) vertrieben. Prinz Eugen von Savojen war der damalige Oberbefehlshaber der kaiserlichen Truppen und konnte die osmanischen Türken in der Schlacht bei peterwardein, Temeschwar und Belgrad endgültig aus den besetzten Gebieten vertreiben (1717). Batsch war wieder frei. Endgültig zerstört wurde die Batscher Festung noch durch die ungarischen Rebellen (Kuruzen) unter ihrem Anführer Franz Rakoczi (1704).
Der Sitz des neuen Komitats (Bács-Bodrog) wurde aber nach Sombor  verlegt, damit nahm Batsch Abschied von seiner geschichtlichen Bedeutung.
Das entvölkerte und verödete Land brauchte Menschen. Die Habsburger u. römisch-deutschen Kaiser (Karl IV, Maria Theresia, Joseph II.) warben vor allem im westlichen Teil (Pfalz, Lothringen, Baden etc.) des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, um Ansiedler in Ungarn. Die meisten Siedler kamen erst in den Jahren 1784 - 1786 unter Kaiser Joseph II. in die Batschka. In Batsch waren vom Kaiser bereits 1689 Schokazen angesiedelt worden, sie kamen aus Bosnien (Tuzla).
Batsch war keine Siedlungsgemeinde im Sinne der k.u.k. Hofkammer und wurde nicht mit deutschen Kolonisten besiedelt. Erst später (um 1830) zogen deutsche Familien aus den Nachbardörfern nach Batsch und kauften sich Grundstücke von den schokazischen Bewohnern. Im Jahre 1941 lebten ca. 600 deutsche Familien in Batsch.

 

Die geschichtliche Bedeutung der ehemaligen Stadt Batsch ist in mehreren Büchern und Artikeln beschrieben. Vor allem der ehemalige Batscher Pfarrer Stefan Blaskowitz hat in seinem Buch " Batsch - Geschichte einer tausendjährigen Stadt"  sehr detailliert die geschichtliche Entwicklung von Batsch und ihrer Bevölkerung geschrieben. Ein Auszug aus dem Buch kann hier gelesen werden.

 


Ältestes Bild von Batsch, Mitte 17. Jahrhundert

Zeichnung der Batscher Festung im 15. Jahrhundert

 

                          

4000-2000 v.Chr. 

Ausgrabungen bronzezeitlicher und keltischer Silbergegenstände. Die Funde stammen aus einer Sandgrube welche beim Bau Eisenbahnlinie Bogojewo-Batschka Palanka an das Tageslicht kamen. Der Ältester Fund ist ein zweischneidiges Messer, ist im Budapester National-Museum ausgestellt.

Ende 500 n.Chr.

Funde von Ziegeln mit römischen Inschriften, evtl. aus römischen Wachtürmen im Antoni-Wald. Nicht gesichert !

Einwanderung von Slawen. Batsch wird Bistum nachdem die einst römische Provinz Sirmium zerstört worden war.

873

Eindringen von Hunnen (375-453) und Awaren (ab 567).

um 900

Besetzung durch Madjaren. König Stephan der Heilige gründet das Batscher Komitat und katholische Bistum Batsch

um 1074

Unter König Ladislaus I.(László) I. wird Batsch Erzbistum. Erster Gespan wird der schwäbische Ritter Veith Guth

1091

Kumanen erobern Batsch, sie werden aber von König Ladislaus I. und Veith Guth vertrieben. Veith Guth fiel dabei im Kampf.

1169-1188

Fertigstellung der Klosterkirche und des Glockenturmes.
Erbauer sind die Kreuzzügler und Patres des Ordens des Hl. Grabes von Jerusalem.

1200-1213

Kämpfe gegen die Byzantiner (Griechen), welche versuchen in die Batschka einzudringen.

1213

Batsch bekommt einen bayerischen Erzbischof :Fürst Berthold V. von Andechs-Meran

1241

Einfall von Mongolen in die Batscher Festung. Stadt, Kirche und das Kloster werden verwüstet, alle Urkunden gehen verloren.

um 1250

Mönche des Templerordens errichten ein neues Kloster. Die Klosterkirche trägt heute noch Merkmale altchristlicher Basiliken.

1300-1370

Franziskanermönche (des kleineren Ordens der Brüder des hl. Franz v. Assisi) aus Italien übernehmen die Verwaltung des Klosters. Die Kirche wird erneuert, hauptsächlich durch Spenden der ung. Königin Mutter Elisabeth. Sie weilte öfters in Batsch.
Batsch entwickelt sich zum politisch, kirchlichen und kulturellen Mittelpunkt der Batschka. Sie wird eines der wichtigsten Handelszentren Südungarns.

1338

König Karl I. Robert (von Anjou) errichtet ein Münzamt und gibt die Batscher Silbermark heraus.

um 1430

Der Batscher Franziskaner Jacobus Marchai bekämpft die sich ausbreitenden Hussiten.

1433

Die Stadt Batsch (über das Stadtrecht gibt es keine Urkunde!) erhält das Marktrecht. Die Batscher Pferdezucht und der Pferdemarkt ist in der Batschka bekannt.

1440

Neubau der Batscher Festung (Wasserburg) und Kanalisierung der Mostung durch König Karl I. Die Mostung wird schiffbar von Sombor bist Batsch.Die Reichstage werden nach Batsch gerufen.

um 1500

Die Türkengefahr (Osmanen) verstärkt sich. Der Ungar János Hunyadi wird mit der Türkenabwehr betraut. Batsch wird zur Sammelstätte für das Verteidigungsheer bestimmt. 12000 Soldaten überwintern in Batsch.

1526

Erzbischof Paul Tomori von Batsch führt das kleine ungarische Heer gegen die Osmanen an. Bei Mohács kommt es zur Entscheidungsschlacht, das ungarische Heer wird besiegt. Die Batscher Festung hält noch ein Monat den Angriffen der Feinde stand. 400.000 Menschen kommen ums Leben.
Das Kloster wird von den Türken in eine Moschee umgebaut, der Glockenturm wird zum Minarett.

1529-1687

Batsch ist ca. 160 Jahre ein osmanisch türkisches Verwaltungszentrum (Nahije).                   

1689

Ansiedlung von Franziskaner-Mönche und Schokazen aus Gradovrh/Tuzla (Bosnien). Sie bauen die Moschee wieder zur christl. Kirche um und errichten ein Kloster (Noviziat). Die erste Pfarrei im Kalocsa-Batscher Erzbistum wir gegründet.

1697

Nach 161 Jahren Besetzung durch die Türken schlägt der habsburgische Heerführer Prinz Eugen die Türken bei Zenta.
Batsch war wieder befreit.

1690

Serben siedeln sich in Batsch an.

1679

Ludwig von Baden ernennt Georg Vidakovich zu Obergespan von Batsch.

1700

Vom Reichstag wird das Wappen von Batsch festgelegt: Hl.Paulus mit Schwert und Bibel

1703

Ungarische Rebellen unter dem Führer Rákóczis zerstören sie die Festung und das Kloster. Die Franziskaner fliehen nach Vukovar.

1713

Beginn der pfarrlichen Matrikelführung durch die Franziskaner (Geburtsmatrikel 1713, Ehematrikel 1715, Sterbematrikel 1727)

1711-1768

Prinz Eugen von Savoyen besiegt die Osmanen bei Peterwardein, Temesvar und in Belgrad.
Die zurückkehrenden Franziskaner erneuern das Kloster und die Kirche entsprechend dem heutigen Zustand.

1733

Der Komitatssitz wird von Batsch nach Sombor verlegt. Der Bischofssitz wird nach Kalocsa verlegt. Batsch entwickelt sich zum Dorf zurück. Das Kloster verliert an Bedeutung innerhalb der Batschka.

1726-1778

Deutsche werden als erste Ansiedler erwähnt. Wegen der besonderen geschichtlichen Bedeutung wurde Batsch nicht zum Siedlungsgebiet für die Kolonalisierung erklärt.

1764

Umsiedlung der hierwohnenden Serben nach Deronje (Nachbarort) und Ansiedlung deutscher Handwerker.

1766

Übergabe der pfarrlichen Obliegenheiten von den Franziskaner an weltliche Prister, die den Gottesdienst in der ehem. serbischen Kapelle halten.
1773/1780 Bau der Pfarrkirche
1830 Bau der Kalvarienberg-Kapelle

1820-1830

Verstärkter Zuzug von Deutschen in Batsch aus den Nachbardörfern (Parabut, Hodschag, Bukin etc.) führt zu eine positiven Entwicklung der Gemeinde.

1832

Neubau der Franziskanerkirche

1931

Batsch hat, laut der Volkszählung, 4071 Einwohner davon sind 2019 (49,5 %) Deutsche.

1944

Vertreibung der deutschen Bewohner nach ca. 200 Jahre Siedlungsgeschichte durch Serben und Kroaten.
Die Batschka wird Teil des Vielvölkerstaates Jugoslawien unter dem Staatspräsidenten Josip Broz Tito.

 

 

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